Im Sinne des Pferdes...
möchte ich gerne über Folgendes zum Nachdenken anregen:
Meine Stute Faible hat sich kürzlich an einer Ecke der Bandentür einen Kratzer eingehandelt, als wir zusammen durch die Tür gingen. Es war sicher kein gravierender Schmerz, aber es WAR ein Schmerz, das konnte ich an ihrem Gesicht deutlich erkennen. Die Augen wurden größer und fragend und die Atmung stockte kurzzeitig.
Aber: es kam kein Schmerzlaut aus ihr heraus.
Mal wieder wurde mir klar, wie still Pferde Schmerzen ertragen (auch wenn es in diesem Fall zum Glück nichts Gravierendes war) und keinen Laut dabei von sich geben. Aber heißt das etwa, dass sie dabei nichts empfinden?? Ganz sicher ist das Gegenteil der Fall!
Stelle man sich nun vor, was z.B. Rückenschmerzen für ein Pferd bedeuten. Vielleicht paßt der Sattel nicht und/oder der Reiter wirkt falsch auf das Pferd ein. Ich persönlich gehe davon aus, dass nahezu jedes Reitpferd früher oder später mit Rückenschmerzen zu kämpfen hat, aber nicht immer wird das erkannt.
Da jedes Pferd anders ist und anders reagiert, kompensiert es auch anders Schmerzen. Das eine Tier zieht sich in sich zurück und verkümmert innerlich, ein anders Tier fängt an, sich zu wehren: es bockt, rennt los und/oder legt andere "Widersetzlichkeiten" an den Tag.
Wenn auch diese deutlichen Anzeichen übersehen oder falsch gedeutet werden, geht leider oft der Leidenweg eines manchen Pferdes richtig los. Erziehungsversuche, Strafen, Schläge bewirken jedoch genau das Gegenteil und sind durch nichts zu rechtfertigen. Kaum ein Pferd kommt bösartig auf die Welt, also lohnt sich hier zunächst einmal die Suche nach der Ursache.
Pferde leiden still! Das dürfen wir niemals übersehen und schon gar nicht unbemerkt lassen.
Kennen Sie die Körpersprache Ihres Pferdes? Und: wie geht es eigentlich Ihrem Pferd?
Alles Gute für Ihr Pferd und Ihnen einen scharfen Blick für das Wesentliche: Die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihres Tieres!