In eigener Sache...
Die Behandlung eines Pferdes ist zweifellos Vertrauenssache. Man überläßt sein Tier nicht selbstverständlich jedem Behandler, den man im Laufe der Zeit kennenlernt. Das ist gut so.
Auf der anderen Seite ist es jedoch auch eine Vertrauenssache dem Reiter / Besitzer gegenüber, eine Behandlung anzunehmen und durchzuführen. Nun werden Sie sich als Leser vielleicht fragen:
Das genau ist doch ihr Job...
Das stimmt sicher, jedoch gehört zur Ausführung meiner Arbeit dazu, dass Reiter / Besitzer und Pferd als Team gemeinsam zu meinen Behandlungen beitragen. Die Pferde sind in den wenigsten Fällen Grund dafür, eine Behandlung abzulehnen. Widersetzliches Verhalten resultiert oft nur aus Schmerzen und damit kann ich umgehen.
Viel wichtiger ist, dass der Mensch als Besitzer des zu behandelnden Pferdes offen für die Behandlung ist und seinen Teil dazu beiträgt.
Warum schreibe ich dies? In der Vergangenheit traf ich auf Pferdebesitzer, die ein Problem ihres Pferdes in aller Kürze "wegtherapiert" haben wollten. Schaut man sich die Umstände in der Gesamtheit an, kommt man schon mal ins Grübeln. Es gibt Beschwerden, die bestehen u.U. schon über Jahre. Die Frage, warum bis dato nichts dagegen unternommen wurde, stelle ich nicht. Ich wurde gerufen, um dem Pferd zu helfen und das ist mein Ziel. Stelle ich jedoch fest, dass ich "auf die Schnelle" einen Erfolg "herzaubern" muss, bin ich so frei, die gesamte Behandlung abzulehnen.
Sicher ist es möglich, Muskelverspannungen und Blockierungen in einer bzw. zwei Behandlungsterminen zu verbessern, bzw. zu lösen, jedoch ist oft von mehreren Intervallen einer Behandlung auszugehen. Nach der Fallaufnahme gebe ich dem Pferdehalter meine ehrliche Einschätzung über den Behandlungsverlauf und das daraus zu erwartende Ergebnis (damit ist kein Heilungsversprechen gemeint!) bekannt. Verbesserungen werden stets erzielt, jedoch ist das Ziel, eine komplette Heilung zu erreichen.
Manch ein Besitzer versucht, mit mir über die Intervalle bzw. Häufigkeit der Behandlungen "zu verhandeln". An dieser Stelle muss ich sagen: sorry, wenn es um Beschwerden beim Tier/Pferd geht, verhandele ich nicht! Bitte haben Sie also Verständnis dafür, dass ich in derartigen Fällen nichts für Ihr Pferd tun kann, bzw. die Behandlung ablehne. Dies entspricht nicht meiner Auffassung von Therapie gleich welcher Art. Wenn ich weiter "hinter die Kulissen" schaue, dem Reiter bei seinem Training zusehe und mich dann vielleicht nicht weiter über vorliegende Beschwerden des Pferdes wundere, ist ein offenes Gespräch sinnvoll. Hier entscheidet sich dann weiter, ob aus dem Besitzer, seinem Pferd und mir ein gutes Team wird. Nimmt der Reiter Anregungen zu seiner Reitweise an? Lässt er einen Rat über den vielleicht gerade angepaßten Sattel zu? Setzt er Tips fürs tägliche Training um? Eins vorweg: ich möchte niemanden belehren oder maßregeln. Tips und Anregungen sind ausschließlich auf das Wohlergehen des Pferdes gerichtet.
Ist es an dieser Stelle absehbar, dass sich künftig nichts ändern wird im täglichen Umgang und Training mit dem Pferd, lehne ich die Behandlung ab.
Im Vordergrund steht für mich das Pferd und seine Gesundheit. Bei Ihnen doch sicher auch...
C. Stark