Der Galopp - die oft vergessene Gangart
Bei einigen Behandlungen meiner Pferdepatienten stelle ich fest, dass der Galopp im täglichen Training viel zu kurz kommt, wenn nicht sogar gänzlich ausgelassen wird.
Warum ist das so, frage ich mich?!
Um an dieser Stelle "eine Lanze zu brechen" FÜR den Galopp hier einige seiner Vorzüge:
- Training der Bauchmuskulatur und damit Unterstützung der Rückenmuskulatur
- Aktivierung des Lymphsystems
- Natürliche Mobilisation der Wirbelsäule
- Kräftigung der Hinterhandmuskulatur
- Dehnung der Kruppen- und Rückenmuskulatur durch weit vorschwingende Hinterbeine
u.v.m
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Ein Pferd, das bis dato wenig bis gar nicht galoppiert wurde, sollte selbstverständlich langsam daran gewöhnt werden, um es nicht zu überlasten. Vorliegende Erkrankungen der Gelenk etc. sind ebenfalls zu berücksichtigen. Weniger ist zu Anfang mehr.
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Einfach mal ausprobieren (:=).
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Das Ausbinden: Nutzen oder Schaden fürs Pferd!?
Beim Blick in die verschiedenen Reithallen fällt mir sehr oft auf, dass das Ausbinden von Pferden (ob jung oder alt) oft unbedacht erfolgt. Egal, ob Reiter vermeintlich viel, oder nur sehr wenig Erfahrung im Umgang und mit der Ausbildung/dem Training von Pferden haben, Ausbinder werden in den verschiedensten Varianten an`s Pferd gebracht.
Da reicht die Palette von starren, fest verschnallten klassischen Ausbindern, über Dreieckszügel, Stoßzügel bis hin zur Longierhilfe (und anderen Hilfsmitteln). Doch kaum jemand macht sich darüber Gedanken, was das Pferd während des Ausbindens zu leisten hat.
Speziell junge Pferde, die noch nicht im Gleichgewicht sind, müssen nun auf ihre Balancierstange (den Hals) verzichten, da dieser in eine vom Reiter gewünschte Form fixiert wurde. Mir selbst wird es unangenehm, wenn ich ein Pferd sehe, das zur inneren Seite hin kürzer ausgebunden ist, als auf der äußeren Seite. Der Reiter mag damit bezwecken, dass sich das Pferd biegt, jedoch kommt es hier sehr auf die Länge der Ausbinder an und darauf, ob das Pferd überhaupt bereit ist, gebogen zu werden.
Die Auswirkungen von falschem Ausbinden können folgende sein:
- Muskelverspannungen im Bereich des Genicks, des Rückens und der Kruppe
- Stresspunkte in o.g. Muskeln
- Wirbelblockierungen im Bereich der gesamten Wirbelsäule
- u.a.
Zu eng ausgebundenen Pferden wird die Möglichkeit genommen, den Rücken loszulassen und frei zu schwingen. Damit meine ich das Ausbinden, welches dem Pferd die Möglichkeit nimmt, sich nach vorwärts - abwärts zu strecken. Manch einer denkt nun, "das mache ich sowieso nicht so", doch leider stelle ich allzuoft fest, dass sehr viele Pferde in genau dieser Art und Weise longiert werden.
Ich frage mich dann: fehlt es dem Reiter an Erfahrung und Kenntnis? Zu gerne würde ich einen Rollentausch vorschlagen, in dem der Reiter nun in gleicher Manier im Kreise bewegt würde, jedoch bleibt dies lediglich ein Wunsch in meinem Kopf. Niemand läßt sich gerne auf mögliche Fehler hinweisen, wenn sie für ihn keine sind. Aus diesem Grund und da ich FÜR die Pferde arbeite, möchte ich mit diesen Zeilen einfach nur zum Nachdenken anregen.
- Wie geht es meinem Pferd während unserer Arbeit?
- Kann ich etwas verbessern?
- Wo kann ich mir Hilfe holen, wenn nötig?
- Ist der tägliche und übliche Weg vielleicht doch nicht immer der richtige?
Ich möchte an dieser Stelle das "Rad nicht neu erfinden". Ausbinder in erfahrenen Händen sind sicher sinnvoll im Training. Wir wünschen uns dadurch u.a. einen gesunden Muskelaufbau, der Bauch und Rücken zugute kommt. Jedoch ist dieses Ziel auch anders zu erreichen, bzw. zu ergänzen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn das Grübeln anfängt und sich der eine oder andere Reiter (ganz für sich allein) mal in Frage stellt und sein Training überdenkt. Damit wäre schon viel gewonnen. Gerne bin ich bei Fragen zu diesem Thema behilflich!
Herzlichen Dank fürs Lesen!